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Literarischer Heimatweg

Übersicht Literarischer Heimatweg

Der Literarische Heimatweg umfasst 18 Stationen, die barrierefrei erreichbar sind. Jede Station besteht aus

  • einer Schautafel mit Bild & Spruch/Zitat & Kurzinfo betr. Gebäude/Ereignis & QR-Code
  • Im QR-Code finden sich: ein Kurzinfo über den Autor (das Zitat) und eine ausführlichere Information betr. Gebäude/Ereignis/Geschichte

Die Wandertour ergibt sich aus der Zahlenfolge der Stationen, kann aber auch in freier Reihenfolge gegangen werden. Die Stationen sind inhaltlich nicht voneinander abhängig.

  • Zum Projekt „Literarischer Heimatweg“

Mit der Einrichtung eines Literarischen Heimatweges durch die Stadtteile Boxberg und Wölchingen haben sich Ilona Wild (Leiterin der Mediothek Boxberg) und Dr. Dieter Thoma (Stadtarchivar) jahrelang beschäftigt. Zum einen, weil es im Stadtgebiet bislang keinen Rundweg gibt, der Literatur/Mediothek und Heimatgeschichte verbindet. Zum anderen als gemeinsames Abschlusswerk, da Hr. Thoma als Medio-Mitarbeiter ausscheidet.  Die Finanzierung erfolgte über Sponsoren und die Stadt Boxberg.

  • Ausgangslage

Boxberg & Wölchingen besitzen viele geschichtsträchtige Gebäude/Plätze, haben aber noch keinen ausgeschilderten Rund-Wanderweg dazu. Die Mediothek Boxberg hat ein umfangreiches Medienangebot, auch mit zahlreicher Literatur zu den im Wanderweg angesprochenen Themen.

  • Ziel

Schaffung eines barrierefreien Rund-Wanderweges durch Boxberg und Wölchingen mit Infotafeln / Kurzinfos an ausgewählten Standorten über Gebäude/Plätze – in Verbindung mit Zitaten aus Literatur, Philosophie u.a. – sowie QR-Codes mit weiterführenden Informationen zu Heimatgeschichte und Mediothek.  

  • Soziale Teilhabe und Nachhaltigkeit

Der Rund-Wanderweg ist barrierefrei, für Rollstuhlfahrer geeignet, kinderwagen-freundlich angelegt. Auf rund 4 Kilometern wird das eigenständige Kennenlernen (oder Vermitteln) von Heimat(geschichte) und von medialen Angeboten ermöglicht.

  • Ergänzungen

Der Flyer „Literarischer Heimatweg“ mit Wege- und Lageplan

Die nicht barrierefrei erreichbare Station „Schulzenkreuz“

Mediothek Boxberg

Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.) war der berühmteste Redner des alten Rom, zudem Schriftsteller, Philosoph, Politiker. Bedeutsam ist seine Vermittlung des griechischen philosophischen Gedankenguts an die lateinisch sprechende Welt. Sein umfangreicher Schriftverkehr liefert ein detailreiches Bild der Zustände Roms am Ende der Republik.

Die Mediothek Boxberg hat einen Medienbestand von rund 15.000 Medien und bietet vor allem Kindern, Schüler/-innen, Familien und Senioren ein breites Angebot in den Bereichen Bücher, Tonies, CD´s, Zeitschriften, Hörbücher und DVD´s an. Weitere Schwerpunkte sind Medien zum Thema Nachhaltigkeit, Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache und Diversität. Die Ortsgeschichte findet sich besonders in den „Mein-Boxberg“-Heften des Heimatvereins.

Die „medio-box“ bietet eine 24/7 – Rückgabemöglichkeit, um der Flächengemeinde Rechnung zu tragen und die Kundenattraktivität zu steigern. Sie wurde in Coronazeiten durch Fördermittel des Bundes eingerichtet.
Die vielfältigen, großzügigen räumlichen Möglichkeiten sind seit Beginn Basis für kulturelle Treffen/Veranstaltungen und jeder ist herzlich Willkommen.
Seit April 2018 sind wir an die Onleihe Heilbronn-Franken angeschlossen und bieten unserer Kundschaft die Möglichkeit an, digital zu lesen und zu hören.
Neben der Medien-Ausleihe gibt es ein vielfältiges kulturelles Angebot für alle Generationen.

Was bedeutet „Dritter Ort“?

Das Konzept des Dritten Ortes wurde wesentlich von dem amerikanischen Raumsoziologen Ray Oldenburg geprägt. Erstmals stellte er es 1989 in seinem Buch „The Great Good Place“ vor und erweiterte es in späteren Schriften. Für Oldenburg bildet der sogenannte „Dritte Ort“ neben dem Zuhause („Erster Ort“) und dem Arbeitsplatz („Zweiter Ort“) einen dritten elementaren Sozialraum, der identitätsstiftend für die Menschen und ihre lokale Community ist. Einen Dritten Ort kennzeichnen u. a. folgende Merkmale:

  • Neutralität: Der Einzelne hat keine Verantwortung gegenüber den anderen, man kann kommen, sich begegnen und wieder ungezwungen auseinander gehen
  • Inklusiver Charakter: Sozialer Status ist hier nur von geringer Bedeutung. Es gibt keine besonderen Zugangsvoraussetzungen, was eine hohe gesellschaftliche Durchmischung ermöglicht
  • Gute Erreichbarkeit und Zugänglichkeit, etwa durch lange Öffnungszeiten und zentrale Lage
  • Austausch und Konversation: Der Kontakt zwischen Bürger*innen wird hier gefördert, der soziale Zusammenhalt gestärkt und das demokratische Leben angeregt
  • Eine offene, positive und gelöste Atmosphäre: Für die Besucher*innen fühlt es sich wie ein zweites Zuhause an.
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung

(aus  https://www.bibliotheksverband.de/dritter-ort  der Homepage des dbv)

Umpfer-Übergang Richtung Bahnhof

Mit „panta rhe-i – alles fließt“ soll der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos (um 520 – 460 v. Chr.) seine Lehre zusammengefasst haben. Er zählt zu den Philosophen vor Sokrates. 

Im Ahornwald entspringen fünf wichtige Quellen; zugleich finden wir hier eine Wasserscheide zwischen Neckar und Main:

Die Umpfer, die sich aus mehreren Ahornwald-Quellen speist, fließt durch Uiffingen, Wölchingen, Boxberg und weiter Richtung Königshofen, wo sie in die nordwärts strömende Tauber mündet; ihre Länge beträgt 22 km.

Der Schüpfbach entspringt östlich der Linie Buch-Brehmen auf Heckfelder Gemarkung, passiert den Heckfelder See, fließt durch Kupprichhausen, Lengenrieden, Oberschüpf und mündet bei Unterschüpf in die Umpfer; damit erreicht er eine Strecke von 13 km.

Der Brehmbach entspringt westlich von Brehmen, fließt über Gissigheim und Königheim und mündet bei Tauberbischofsheim in die Tauber; er kommt auf eine Länge von 18 km. Die Tauber mit den Wassern von Umpfer und Schüpfbach strömt nordwestwärts und mündet bei Wertheim in den Main.

Die Erfa entspringt nordöstlich von Buch am Ahorn, quert Buch selbst, fließt Richtung Gerichtstetten, Erfeld, Bretzingen auf Hardheim zu. Im Unterlauf nimmt sie den Namen Erf an. Nach einem Lauf von 40 km mündet sie bei Miltenberg in den Main. Hier kommt sie wieder mit den Wassern von Umpfer, Schüpfbach und Brehmbach zusammen.

Die Rinna (Kirnau), am Oberlauf auch Eubigheimer Bach genannt, entspringt nahe Obereubigheim, also nahe an der Umpfer. Sie schlägt aber eine ganz andere Richtung ein: sie fließt über Eubigheim-Hirschlanden und mündet nach 9 km kurz vor Rosenberg in die Kirnau. Da sie zum rechtsseitigen Kirnau-Oberlauf fast gleichstark ist, wird sie oft selbst auch als Kirnau benannt.

Durch Rosenberg-Osterburken mündet der Fluss nach 23 km bei Adelsheim in die (bis dahin fast gleichlange) Seckach. Diese geht später in der Jagst auf, die ihrerseits in den Neckar mündet. Bei Mannheim fließt der Neckar in den Rhein.

Und wenn dann bei Mainz der Main in den Rhein mündet, treffen unsere fünf Quellen aus dem Ahornwald wieder zusammen: Umpfer, Schüpfbach, Brehmbach, Erfa und Rinna-Kirnau.

Bahnhof Boxberg-Wölchingen

Wilhelm Busch (1832-1908) war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Seine Bildergeschichten wurden erstmals 1864 in Buchform als „Bilderpossen“ veröffentlicht. Die Mediothek hat vom „Klassiker des deutschen Humors“ mehrere Bände, auch den berühmtesten: „Max und Moritz“.

Drei Jahrzehnte dauerte esvon der ersten Dampflokfahrt in Deutschland (1835 zwischen Nürnberg-Fürth) bis zum Bahnhofsbau in Wölchingen. 1846 bittet der Amtsbezirk Boxberg mit Nachbarstädten/Bezirken erstmals um Anschluss an die fertiggestellte Rheintalbahn. Der Karlsruher Petitionsausschuss meint, die Bittsteller gehörten ins Narrenhaus. 1854 stellt die II. Kammer des Landtags erstmals selbst die Notwendigkeit einer Odenwald-Bahnverbindung Heidelberg-Würzburg fest und macht sie zum Gesetz.

Am 1.11.1866 beginnt der Fahrdienst der eingleisigen Bahnlinie Heidelberg-Würzburg mit fünf Bahnhöfen zwischen Osterburken-Lauda: Rosenberg, Eubigheim, Wölchingen, Unterschüpf und Königshofen. Bis 1873 wird der Abschnitt Osterburken-Lauda als erstes Zwischenstück der Odenwaldbahn zweigleisig ausgebaut. 

Höhepunkte der weiteren Bahnentwicklung in Wölchingen markieren der Bau einer Güterhalle, eines Getreidelagerhauses 1902 und einer Bahnhofswirtschaft 1903. Ab 1975 ist die Strecke Heidelberg-Würzburg komplett elektrifiziert.  1985 wird der Bahn-Nahverkehr zwischen Osterburken-Lauda eingestellt. Der Wölchinger Bahnhof schließt, im Umfeld folgt ein massiver Abbau von Nebengleisen, Weichen, Stellwerk und Bahnsteig. Nach enormen Anstrengungen, auch durch die BI „Frankenbahn-für-alle“, halten seit Dezember 2019 erstmals wieder Nahverkehrszüge an den Werktagen Montag-Freitag im Stundentakt. Viele „Mein-Boxberg“-Hefte behandeln die Bahngeschichte, so die Jahreshefte von 1996, 2010 und 2018.

 

Schulhaus Wölchingen

John Fitzgerald Kennedy, meist John F. Kennedy (1917-1963), war als Politiker der Demokratischen Partei von 1961 bis zu seiner Ermordung im November 1963 in Dallas (Texas) der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In seine Amtszeit während der Hochphase des Kalten Krieges fielen u.a. der Bau der Berliner Mauer, der Beginn der bemannten Raumfahrt, die Eskalation im Vietnamkrieg und die Zeit des zivilen Ungehorsams der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. – Die Mediothek verfügt über ein reichhaltiges Angebot an politischen Büchern und versteht sich als Ort der Menschenrechte durch die Willkommenskultur für jeden unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht und sexueller Orientierung.

Die Wölchinger Volksschule unterrichtete im Gebäude bis zu ihrer Auflösung 1970/72, wobei eine Lehrkraft immer zwei Klassen, manchmal noch mehr Klassen betreute. Danach wurde das Schulhaus als Privatwohnung und seit 1979 auch von verschiedenen Firmen genutzt. Seit 2015 ist das Gebäude vom Main-Tauber-Kreis zum Wohnraum für Flüchtlinge umgebaut.

Frankendom mit Gefallenen-Denkmal

Galileo Galilei (1564-1641), ein italienischer Universalgelehrter, entwickelte die Methode, die Natur durch die Kombination von Experimenten, Messungen und mathematischen Analysen zu erforschen. Damit wurde er einer der Begründer der neuzeitlichen exakten Naturwissenschaften. Die katholische Kirche verurteilte ihn, da einige seiner Theorien der damaligen Auslegung der Bibel widersprachen. 

Frankendom

Die dreischiffige Pfeilerbasilika (auf Pfeilern stehende Kirche mit Hauptschiff & zwei Seitenschiffen) erhält durch das Querschiff einen kreuzförmigen Grundriss.

Baubeginn war wohl im Osten.  Unter der Apsis befindet sich eine kreisrunde Krypta mit Mittelpunkt-Säule. Haupteingang im Westen: ein rückläufiges Stufenportal mit Kelchwürfel-Kapitellen.

Baustil: späte Romanik – Rundbogen, Bau-Außengliederung durch Gesimse und aufgelegte Wandstreifen, die mit Bogenfriesen verbunden sind.

Übergänge zur Gotik besonders am Südportal – Spitzdach-Rahmen und Tellerbasen der Säulen.

Fachleute finden viele Spuren berühmter Kirchen aus dem Elsass, aus Süddeutschland und dem Mittelrhein. Die reichhaltigen, detailliert ausgearbeiteten Kapitelle zeichnen die Wölchinger Kirche besonders aus.

Die Kirchenrenovierungen von 1877/79 (Erneuerung des Kirchen-Obergeschosses, Turmaufbau nach dem Limburger Dom) und 1961/63 haben das vielfach verbaute Kircheninnere entrümpelt und wieder einem freien Blick zugänglich gemacht. Die farbenfrohen Buntglasfenster stammen von Valentin Feuerstein 1963/65.

Gefallenendenkmal:

Im Ersten Weltkrieg verlor Wölchingen 14 % seiner männlichen Einwohner, der höchste Verlust-Satz im Stadtgebiet. Dies erklärt (neben dem Standort an der Kirche) die Größe des Gefallenen-Denkmal, das nach einem Wettbewerb gestaltet und von Deutschamerikanern gestiftet wurde – genaueres in „Mein-Boxberg“ von 2018.

Für die Grauen des Krieges zitieren wir stellvertretend Georg Trakls letztes Gedicht „Grodek“ über die Todesgruft von Galizien. Der österreichische Dichter des Expressionismus musste im September 1914 nach der Schlacht von Grodek zwei Tage und zwei Nächte lang alleine fast 100 Schwerverwundete ohne zureichendes Material versorgen. Er konnte den Sterbenden nicht helfen, was ihn in Verzweiflung stürzte und bald starb er an einer Überdosis von Drogen.

Grodek

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder

Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen

Und blauen Seen, darüber die Sonne

Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht

Sterbende Krieger, die wilde Klage

Ihrer zerbrochenen Münder.

Doch stille sammelt im Weidengrund

Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,

Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;

Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.

Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen

Es schwankt der Schwestern Schatten durch den schweigenden Hain,

Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;

Und leise tönen im Rohr die dunklen Flöten des Herbstes.

O stolzere Trauer! Ihr ehernen Altäre,

Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,

die ungebornen Enkel.

 

Grünkerndarre Bürtlein

Ilse Freudenberger geb. Lebert (1924-2013) war jahrelang die Wölchinger Mundart-Dichterin. Ihre Beiträge betreffen heimatliche Themen und Heiteres aus dem täglichen Leben, verstreut in vielen Heimatheften von „Mein Boxberg“ veröffentlicht, in der Mediothek zu finden. 

Dinkel oder Spelz (triticum spelta) ist eine Urform des Weizens und gehört zur Familie der Süßgräser. Der „arme Vetter“ des Weizens bringt geringere Erträge, ist aber robuster und anspruchsloser als Weizen. Dinkel hat zwei Zeilen Körner an jeder Ähre. Jedes Korn ist von einer festen schützenden Spelzhülle umgeben. Dinkel ist ein wohlschmeckendes Getreide mit hohem Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und wertvollem Eiweiß. Die heilkundige Hildegard von Bingen schrieb: „Der Dinkel ist die beste Körnerfrucht ... Dem, der ihn ißt, bereitet er ein rechtes Fleisch und rechtes Blut, und er macht die Sinne der Menschen heiter und froh.“

Schon in der Steinzeit vor 8000 Jahren war der Dinkel in Nordeuropa verbreitet. Um 1900 ist er in Süddeutschland noch eine Hauptfrucht. Nur 20 Jahre später hat ihn der Weizen weitgehend verdrängt. Seit 1980 ist im Zuge der Ökowelle wieder eine Ausdehnung des Anbaus und der Dinkelmehl-Nutzung festzustellen.

Grünkern, auch „fränkischer Reis“ genannt, ist ein Veredelungsprodukt des Dinkels. Der Dinkel wird grün, im Zustand der „Milch-Teig-Reife“ geerntet. Dieser Zustand dauert nur wenige Tage. Traditionell wurden die Spelzen drei bis vier Stunden lang bei 110 – 160 Grad C „gedarrt“, d.h. auf flachen, fein gelöcherten Blechwannen (eine Art riesigem Backblech) im Holzfeuerrauch unter ständigem Um­schaufeln getrocknet. Heute geschieht das Darren meist maschinell, aber das Holzfeuer dazu, vor allem aus Buchenholz, ist unverzichtbar.  Erst dessen würziger Rauch gibt dem Grünkern sein typisch kräftiges Aroma. Das Gerben in der Mühle trennt dann die Spelzhülle vom Korn. Man erhält duftend oliv-grüne Körner mit schönem Glanz, aus denen sich Suppen, Bratlinge, Salate und Kuchen herstellen lassen.

Der Grünkerndarren-Bau im Wölchinger „Bürtlein“ vollzog sich in zwei Wellen: von 1904-1906 entstanden drei Darren im Bereich des unteren Bürtleinweges, von 1929-1934 drei weitere Doppel-Darren im Bereich des oberen Bürtleinweges. Um 1980 waren die jüngeren Darren noch in Betrieb. Derzeit (2024) ist nur noch eine baufällige Darre als solche erkennbar. Das „Mein-Boxberg“-Heft von 2014 widmet sich ausführlich dem Dinkel-Grünkern-Thema.

Wasserversorgung/ Bahnunglück

Wasser bedeutet Leben, das Leben ist aus dem Wasser entstanden. Etwa 70% des Menschen besteht aus Wasser, ähnlich unsere Erde. Der blaue Planet kreist wie eine blaue Perle durch die unendlichen Weiten des Universums. Doch von seinen Wassermengen ist nur ein Vierzigstel (2,5 %) als Trinkwasser genießbar.

Verglichen mit den meisten anderen Ländern leben wir in Deutschland in einem Trinkwasser-Paradies. Leitungswasser ist für jeden zugänglich, und es enthält oft mehr Mineralstoffe und weniger ungesunde Rückstände als die käuflichen Mineralwasser. Unser Leitungswasser ist das wohl am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Wassermangel scheint uns derzeit unvorstellbar – auch wenn uns Klimawandel, Erderwärmung, die krassen Wetterwechsel (mehr Dürrezeiten und heftige Starkregen) zunehmend warnen.

Vor gut einem Jahrhundert war Wassermangel für Boxberg ein häufiger „Gast“. 1865 hatte man hier erstmals eine Brunnenleitung „von der ersten Quelle außerhalb der Schaafswiese“ bis zum Ochsenwirt-Garten (gegenüber Amtshaus) projektiert, 1891 erste Hauswasserleitungen gelegt. Doch Trockenzeiten brachten wiederholt „Wassernot“. So lesen wir über die Boxberger Brunnenbesichtigung vom 1.12.1911 „ein sehr betrübliches Resultat. Die bestehende Wasserversorgung versagte fast vollkommen, sodass der obere auf dem Berg gelegen Teil der Stadt vollkommen ohne Wasser war, öffentliche und private Brunnen waren versiegt, auch die übrigen hatten nur zeitweise aus der Leitung Wasser. Von den an die Zentralleitung angeschlossenen öffentlichen Brunnen“ gab nur einer problemlos Wasser. Von den übrigen Brunnen gab „reichlich Wasser nur der Wäschbrunnen, ein früherer Schöpfbrunnen, der jetzt mit einem Pumpwerk versehen ist, aber keinerlei Gewähr für einwandfreies Trinkwasser“ bietet.

1911 wurde für Boxberg zunächst der Anschluss der Wölchinger Ramstal-Quelle, ab 1913 dann die Ableitung der Wölchinger Weilbrunnen-Quelle empfohlen, ein Projekt, das man 1921/22 verwirklichte. 1950/52 erweiterte die WV (Wasserversorgung) Boxberg-Wölchingen die Brunnenfassung der Wölchinger Gailesquelle über Pumpwerk bis zum Hochbehälter Schlossacker (unterhalb der Burgruine). – In den 1960er Jahren wurde wegen der erwarteten Kaserne in Boxberg der WV-Zweckverband Boxberg-Krautheim gebildet, und die ihn ablehnenden Gemeinden Wölchingen und Bobstadt schließlich zum Anschluss an das Jagsttalwasser gezwungen. – Heute werden Boxberg & Wölchingen durch eine Mischung von Jagsttal- und Bodenseewasser versorgt. –

Das folgende Mundart-Gedicht eines Unbekannten geht auf eine Begebenheit von 1884 zurück, als das Wasser in Boxberg noch in hölzernen Deichseln (Röhren) von der Brunnenstube zu den öffentlichen Brunnen lief. Nach langer Trockenheit blieb das Wasser eines Tages ganz aus. Der alte Wagner Hannmichel, im Nebenberuf Brunnenmeister, wurde zur Reparatur gerufen. Nach langem, vergeblichem Hantieren tauchte auch noch der Tauberbischofsheimer Oberamtmann auf und fragte nach dem Grund des Wasserausfalls – worauf er die im Gedicht erwähnte Antwort erhielt (so berichtet von Prof. Karl Hofmann im Artikel „Boxberger Originale“):

Wassernot

Haas brennt d’Sunn vom Hiiemel

vier Wuche lang scho fort,

unn goor koon Dropfe Reeche;

‘s iss alles wie verdorrt.

 

Uff Feeldweech unn uff Schdroose

laid fingerdick de Schdaab,

unn d’Vöüchel hänke d’Flüch’l,

unn d‘Boome hänke s’Laab.

Unn amme schööne Moorche

schdehn gor die Brunne schdill;

ümsunschd – de Brunnemich’l

konn mache, wass er will.

Emm Brunne schdehn zu Dudzend

die Waiwer uff e’mool;

es will koo Wasser kumme –

dehoom brüllt’s Vieh im Schdool.

 

In Hänschich, mit de Brille

künnd jedz de Amtmou no.

Er geht zum Brunnemooschder

unn sächd‘ emm fraündli do:

„Mein lieber Brunnenmeister,

wo bleibt das Wasser nur?

Sieh in der Brunnenstube

doch einmal nach der Spur!“

Doch deer, de ald Hannmich’l,

der fack‘ld doo net lang:

demm bassd koon Owweramtmann,

koon Brunne-Schduwwegang.

Unn zorni schraid er‘m gäiche:

„Waascht net, s’iss ganz ümmsonsch.

‘S iss dess haaße Weeder –

mach Wasser, Äischl, wenn’d konnscht!“ –

 

Nach dem Bau der Odenwaldbahn Heidelberg-Würzburg und der Tauberbahn entwickelte sich das badische Lauda bald zum Eisenbahn-Knotenpunkt internationaler Fernzüge. Hier verkehrte auch der Nachtfernzug von der württembergischen Hauptstadt Stuttgart in die Reichshauptstadt Berlin. In den Jahren 1922/23 wurde er von der modernsten und leistungsstärksten Dampflok Europas, der „Sachsenstolz“, gezogen. Von dieser Lok wurden nur 23 Exemplare hergestellt. Ihr Leergewicht betrug 90 t, ihr Dienstgewicht (befüllt mit Wasser und Kohlen) 162,7 t.

Die 10 schweren preußischen Personenwagen mit Gepäckwagen brauchten so ein „Kraft-Dampfross“, um auf der Ebene eine Geschwindigkeit von 100 km/h zu erreichen. In Osterburken freilich musste man noch eine Zusatzlok vorspannen, eine P 8 (Leergewicht 71 t, Dienstgewicht 130 t), denn für das Landschaftshindernis der Fränkischen Platte mit seinen beinahe alpinen Steigungen hoch bis zur Eubigheimer Seewiese brauchte auch der Starzug der Deutschen Reichsbahn Traktionshilfe.

Nach dem Steigungsscheitels und dem Passieren des Gräffinger Tunnels konnte der D-Zug nun im abfallenden Gelände seine volle Leistung entfalten. Am 28. März 1923 jedoch, abends gegen 22.30 Uhr, prallte der Reisezug in einer unübersichtlichen Rechtskurve kurz vor Wölchingen auf einen Güterzug. Im völlig zertrümmerten Bremserwagen starb der dortige Schlussbremser.

Die vorgespannte P 8 kippte aus den Gleisen, die mächtige Sachsenstolz dahinter blieb stehen, verhinderte so das Umkippen der aus den Gleisen gesprungenen Personenwagen. Ein Wunder, dass die Wucht des Aufpralls nicht noch mehr Opfer forderte. Die Reisenden schwankten aus dem Zug, verbrachten die Nacht in einem Wirtshaussaal oder in der Kirche, konnten am nächsten Tag mit einem Frühzug Richtung Lauda fahren.

Am Morgen des 29. März „schoss“ der taubstumme Fotograph Karl Müller fünf Fotos vom Unfallgeschehen, die dann privat als Erinnerungsfotos verkauft wurden. Es sind die einzigen Fotos des sächsischen Starzuges in unserer Region. – Unfallursache war menschliches Versagen. Der diensthabende Beamte hatte tagsüber geschlachtet, war abends beim Schalterdienst übermüdet eingeschlafen. Vom Pfiff des wartenden Güterzugs aufgeschreckt, schaltete er wohl in Panik alle Signale auf freie Fahrt – und der anbrausende Nachtfernzug krachte in den gerade anfahrenden Güterzug. Im Heimatheft „Mein Boxberg“ 56 (2023) ist das Unglück ausführlich geschildert.

Umpfer-Übergang Gützäcker/ Emilie Geißler

Martin Luther King (1929-1968) war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler. Wesentlich durch seinen Einsatz und die Methode des zivilen Ungehorsams wurde das Civil Rights Movement (die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner) zu einer Massenbewegung, die schließlich erreichte, dass die Rassentrennung gesetzlich aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wurde. King erhielt wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit 1964 den Friedensnobelpreis; im April 1968 wurde er in Memphis (Tennessee) ermordet. – 

Oberhalb der früher unbebauten Gützäcker verläuft die Landstraße Boxberg-Angeltürn, von der am 31. März 1945 amerikanische Panzer stundenlang in die Ortschaft Wölchingen schossen. Bei den Kämpfen um und in Wölchingen und Boxberg starben 36 deutsche Soldaten und eine unbekannte Zahl US-Soldaten (die Amerikaner nahmen ihre Gefallenen mit).

Der Wölchinger Fleischbeschauer Max Thoma berichtet vom Kriegstag: „Der Schwiegermutter von Georg Geißler wurden sogar zwei Blindgänger in die Schlafstube geschossen. Die 18-jähr. Enkelin Emilie hatte so Angst, dass die Großmutter totgeschossen wird, ergriff ein Eimer Milch und eine Flasche Schnaps und ging todesmutig zu den feuernden Feinden und bat sie weinend, doch das Haus und die Großmutter zu schonen. Sie hörten das tapfere Mädchen auch an und verlangten, dass die Großmutter zu ihnen gebracht würde. Auch andere Frauen mit ihren Kindern sollten sich in ihren Schutz begeben und sie wollten so lange mit dem Schießen aufhören. Tatsächlich setzte der Kampf auch ungefähr ½ Stunde aus und die Zivilbevölkerung strömte aus ihren Kellern zu den Amerikanern. Die kranke Großmutter wurde mit Betten auf einen Schubkarren gepackt und ins „Dämlein“ geschoben“ (aus: Kriegsereignisse um Kar-Ostern 1945 im Raum Boxberg-Ahorn und Lauda-Königshofen, zusammengestellt von Dieter Thoma. Bad Mergentheim 2016, S. 94f.).

Emilie musste bei den Amerikanern erst einen kräftigten Schluck von der Milch und dem Schnaps trinken, bevor die Soldaten ihr trauten.  Fr. Geißler verheiratete Aue (1926-2004) wurde für ihre Heldentat nie geehrt. Auf Vorschlag des Stadtarchivars hat man im Jahr 2000 zu ihrem Gedenken eine Straße nach ihr benannt.

Totenweg/ Wölchinger Namenssage

Die Mediothek hat mehrere Bände zu Sagen und Ortsgeschichten.

Die Wölchinger Namenssage hat folgenden Wortlaut:

Das Dorf Wölchingen bei Boxberg hieß ursprünglich Wölfingen. Dieser Name soll von folgendem Ereignisse herrühren: Als der Ort nur erst ein Weiler war, zog einst an einem kalten Wintertage eine Schar munterer Kinder auf die nächste Anhöhe, um sich dort am Schlittenfahren zu ergötzen. Lustig tummelten sich die Kleinen beim winterlichen Vergnügen, als auf einmal eine hungrige Wölfin aus dem nahen Walde hervorbrach, sich mitten unter die erschreckten Kinder stürzte und sie jämmerlich zerriss. Von dieser Zeit an erhielt der Weiler den Namen „Wölfingen“, später „Wölchingen“. Der Platz, an dem sich die schauerliche Begebenheit zutrug, heißt seitdem die „Wolfsgrube“ und der Weg, auf dem die Mütter die blutigen Überreste ihrer Lieblinge nach Hause trugen, wird der „Totenweg“ genannt (zitiert nach: Johann Schmitt, Sagen und Geschichten aus dem lieben Badnerlande).

Traurige Aktualität erhielt der Totenweg am Karsamstag 1945: laut Hedwig Volk lagen acht junge Soldaten meist mit Kopfschuss getötet in ihren Stellungen längs des Totenweges.

In Urkunden datiert die erste Erwähnung der Ortschaft auf 1221: der Templer „Siboto de Wollechingen“ ist einer der Zeugen beim Verkauf eines Erbgutes (Original-Urkunde in Bronnbach). Wölchingen, die älteste Siedlung im Umpfertal, wurde mit der Ansiedlung der Johanniter im 13. Jahrhundert dominant (bedeutende Ordens-Niederlassung und Kirchenbau). Nach 1287, als der Johanniterorden allmählich auf die Boxberger Burg umsiedelte, verlagerte sich auch das Herrschaftszentrum nach Boxberg. –

Wölchingen kennt noch eine weitere Sage, die Reißholzsage:

Ein Bursche und ein Mädchen versprechen sich die Treue mit dem Schwur, wer sein Wort bricht und heiratet, soll am Hochzeitstag vom Teufel zerrissen werden. Als das Mädchen später einen anderen heiratet, wird es am Hochzeitstag von einem unbekannten Jäger entführt – und später in einem Wäldchen in Stücke zerrissen gefunden. Der Berg der Geschichte heißt seither Reißberg, der Todesort Reißholz.

Die Sagen aus dem Boxberger Stadtgebiet sind Schwerpunkt der „Mein-Boxberg“-Hefte von 2008/2009.

Das heutige Wölchinger Wappen – in Gold ein aufrechter rotbezungter schwarzer Wolf – wurde 1896 angenommen und spielt auf die Namenssage an.

Sozialstation / Sepp Biehler

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter wird im Evangelium des Lukas (Lk 10, 25-37) entfaltet. Ein Mann auf dem Weg von Jerusalem hinab nach Jericho geriet unter die Räuber, die ihn ausplünderten und schwerverletzt liegen ließen. Ein vorüberkommender Priester sah den Verletzten und ging weiter, ebenso ignorierte ihn ein Levit (Tempeldiener). Schließlich sah ein Samaritaner den verletzten Mann, erbarmte sich, versorgte dessen Wunden und transportierte ihn auf dem Reittier zur Herberge. Dort gab er am folgenden Morgen dem Wirt zwei Denare und beauftragte ihn mit der weiteren Pflege, verbunden mit der Zusage seiner Wiederkehr und der Erstattung weiterer Kosten.

Jesus veranschaulicht mit der Erzählung dem fragenden Schriftgelehrten, wer von den dreien dem Überfallenen der nächste gewesen sei – der Samariter, der in wahrer Menschlichkeit und Barmherzigkeit handelte.

Der tiefreligiöse und faschingsnärrische Kunstmaler Sepp Biehler (1907-1973) wohnte von 1957-1969 in Boxberg. In dieser Zeit gründete er mit Frau Ingeborg die Zunft der Bocknarren, in deren Gestalt er die Sage vom Boxberger Wappentier mit Bräuchen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht verband. In Boxberg und im Taubertal schuf er hauswand-große Sgraffitos, Kreuzwege, Glasfenster und Mosaike mit religiösen Themen sowie die heimatgeschichtlichen Steinschnitt-Bilder für das Landratsamt in Tauberbischofsheim. Das „Mein-Boxberg“-Heft 2023 widmet sich ausführlich dem Schaffen des Kunstmalers.

Wäsch Boxberg/ Feuerwehrspritze

Mahatma Gandhi (1869-1948) war ein indischer Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer, Asket und Pazifist, der zum Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung wurde. Als einer der ersten nutzte er den Hungerstreik als politische Waffe. Methoden des gewaltlosen, politischen Kampfes hatte er bereits in Südafrika beim Kampf für die Gleichberechtigung der Inder entwickelt. Die Unabhängigkeitsbewegung, die Gandhis Ideen von gewaltfreien Aktionen und zivilem Ungehorsam aufgriff, erreichte im August 1947 mit dem Salzmarsch das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien. Ein halbes Jahr später wurde Gandhi durch einen Hindu-Nationalisten in Neu-Delhi ermordet. Schon zu Lebzeiten weltweit bekannt, ist Gandhi bis heute für viele ein Vorbild, ein herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Kolonialismus, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. 

Übung macht den Meister – dies gilt auch beim Feuerlöschen. Auf den Boxberger Gewerbeschullehrer Friedrich Thoma (1893-1959) geht das folgende Mundart-Gedicht zurück:

Faüerweehr-Üwung

Weg die Sensche, weg die Scheer,

haüt do übt die Faüerweehr.

Alles lösst die Ärwed leeche,

unn’rer Börcherschaft zum Seeche.

Bloosche duht’s scho dinn im Schdädtle,

Oohner ziecht em naüe Kettle

hoom sej Gaaß – ’s iss haüt koo Zait

zu demm Gaaße-Zaitverdraib.

Do gait’s koo Ausredd un koo Midd’l: 

Hoom – un nej de waiße Kidd’l.

Daß d’Uniform net werd getadelt,

werd d‘Housche samt emm Bauch nejgradelt.

De Seppl, Schorsch unn aa de Hann,

alles rennt, was renne kann.

Oohner – ie glaab, der haast Paul –

hot segor de Schick im Maul.

Haubtmann, Laütnand unn Serschandt

senn ganz außer Rand unn Band;

wenn’sch sou durchenanner dabbe,

unn dess Ding will gor net klabbe.

Jedz werd d’Schbretze rausgezouche,

rümmgfoohrn imme korze Bouche.

Fehle derfe net die Schlaüch,

d’Laadern unn dess anner Zaüch.

Uff Kommando werd marschiert,

uffgebasst, daß niksch bassiert. 

Doo haast’s: üüwe, immer üüwe,

oug’schtrengd unnerm Helm die Rüüwe.

Sehe konn mer manchmol Sache,

daß gor d’Kinner drüüwer lache.

Manchem laid doch an de Wigsch,

wie mer sieht, ganz sicher nigsch.

‘s Proowe, dess is’s Schönscht debai,

‘s Brenne iss e Sauerei.

Doch baim Proowe konn mer see-e,

was im Ernschdfall oohm konn g’schee-e.

Drümm for jeden iss e Eehr,

‘d Uniform der Faüerweehr.

Denn wenn’s brennt, senn mier berait

For die Böörcher allizait.

 

Die „Wäsch“, wichtiger Waschplatz und Brandweiher für das wasserarme Boxberg, konnte auch lebensgefährlich werden. Im Stadtarchiv wird 1915 über eine Lebensrettung aus der „Wäsch“ berichtet: Der Landwehrmann Josef Schmidt schreibt aus Straßburg an den Boxberger Architekten Georg Schmidt:

„Während meines letzten Urlaubs war ich am 6. August des Jahres vormittags gegen ½ 11 Uhr mit dem Johann Biehler und einem Verwalter von Herrn Roth in Gräffingen in der Wirtschaft zum Hirschen in Boxberg, als plötzlich Fräulein Anna Wolfert uns zurief, das 2-jährige Töchterchen des Hirschwirtes sei zur Wäsche hinuntergegangen.

In der Befürchtung, dem Kinde könne ein Unglück zustoßen, sprang Johann Biehler sogleich auf und eilte ihm nach. Unten angekommen, erblickte er in der Tat das Kind mitten auf dem Wasser treibend. Ohne seiner eigenen Gesundheit zu achten, stürzte er nach und rettete das Kind, sodass dem im Felde stehenden Vater ein arger Schmerz erspart wurde.

Ich teile Ihnen dies Vorkommnis mit in der Hoffnung, dass Sie als Gemeinderat Veranlassung nehmen werden, darauf hinzuwirken, dass dem Johann Biehler für seine mutige Tat eine entsprechende Anerkennung zuteil wird …“ (nachzulesen im Aktenheft „Box-A 140“).  Ob der Lebensretter eine Würdigung erhielt, ist nicht bekannt.

Badisches Wappen / Brunnentor

Das Badnerlied gilt als Regionalhymne der südwestdeutschen Region Baden und wird bisweilen als inoffizielle Landeshymne Badens bezeichnet. Entstanden vermutlich um 1865 durch Umdichtung eines Sachsenliedes, umfasst es fünf Strophen zu vier Zeilen und den jeweils vierzeiligen Refrain. Bis heute wird es oft und gerne gesungen.

Boxberg war ab 1560 jahrhundertelang kurpfälzische Amts- und Oberamtsstadt, ab 1806 großherzoglich-badische Bezirksamtsstadt. Nach dem Amtssitz-Verlust 1872 erkämpften sich die ehemaligen Bezirksgemeinden durch sechs große Petitionen den Amtssitz ab 1898 zurück – bis er 1924 endgültig verloren ging. Das Schild „Republik Baden“ verschwand und verstaubte jahrzehntelang im Keller des Alten Rathauses, bevor es 2021, vom Heimatverein farblich restauriert, neu aufgestellt wurde.

Nahe dem heutigen Standort erhob sich über der Hauptstraße bis 1815 das westliche Stadttor, auch Brunnentor oder Angeltürner Tor genannt. Nachts wurde es, wie sein Gegenstück am Kurpfälzischen Amtshaus, das östliche Stadttor, auch Eckmannstor oder Schweigerner Tor benannt, zum Schutz von Stadt und Bevölkerung geschlossen. Nach 1816 wurden die beiden Hauptstraßen-Tore abgerissen. Das Glöckchen des Eckmanntores kam auf das Rathaus.

Stadtmauer / Kirche St. Aquilinus

Stadtmauer

Der Ausspruch „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“ umschreibt einen Rechtsgrundsatz des Mittelalters. Leibeigene, die sich in die Städte absetzten, waren für die ihre Grundherren oft unauffindbar. Es wurde Rechtsbrauch, dass ein in der Stadt wohnender Unfreier, etwa ein seinem Grundherrn entlaufener Bauer, nach Jahr und Tag nicht mehr von seinem Dienstherrn zurückgefordert werden konnte, somit zum Insassen (Stadtbewohner) wurde. Konnte der Dienstherr aber mit sieben Zeugen beweisen, dass der Leibeigene sein Eigentum sei, musste er ihm wieder dienen. – Die moderne Variante „Stadtluft macht krank“ bezieht sich auf die oft schlechte Luft in den Städten. –

Seit etwa 1250 dürfte eine Mauer die Burg der Edelherren von Boxberg und die Siedlung unterhalb (damals noch „Wanshofen“ genannt) umschlossen haben. Der Merian-Stich „Bocksberg“ von 1645 zeigt die Stadtmauer intakt; bis heute sind noch Reststücke der Mauer vorhanden. –

 St. Aquilinus – kath. Kirche

„Wes Land, des Glaube“ – der Grundsatz des Augsburger Religionsfriedens von 1555 erlaubte der weltlichen Obrigkeit, das Bekenntnis ihrer Untertanen zu bestimmen. Die Regelung galt für Katholiken und Lutheraner, wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg im Westfälischen Frieden 1648 auch auf die Calvinisten ausgedehnt. Die Kurpfalz, maßgebend für das Amt Boxberg, war meist calvinistisch-reformiert. Durch Gegenreformation und den inner-evangelischen Konfessionskampf hatte sich im kurpfälzischen Amt Boxberg eine konfessionelle Drittelung zwischen Reformierten (Calvinisten), Lutheranern und Papisten (Katholiken) ergeben (1652).

Als 1687 die kurpfälzisch-katholische Linie an die Macht kommt, wird aus Finanznöten die Boxberger „Herrschaftsinsel“ an das katholische Hochstift Würzburg erst verpfändet, später verkauft (1691-1733). Noch 1687 wird eine katholische Pfarrei gegründet. In den Jahren 1709/12 lässt der Würzburger Baumeister Josef Greißing über den Gewölben eines herrschaftlichen Kellers die kurpfälzische Schafsscheuer abreißen. Errichtet wird die katholische Pfarrkirche, benannt nach dem gebürtigen Würzburger Heiligen St. Aquilinus. Eine Kirche mit guter barocker Innenausstattung, deren Turm zu einem Drittel ins Mauerwerk eingebettet ist (Einturm-Fassadenkirche). Später entstehen gegenüberliegend das katholische Pfarrhaus und die katholische Volksschule 1835/36, schließlich der Glockenturm 1898/99.

NS-Verfolgung / Luise Gutmann

Opfer der NS-Verfolgung: Im Gebiet der heutigen Stadt Boxberg gab es nur in Angeltürn eine jüdische Gemeinde. Sie erreichte schon vor 1900 nicht mehr die für Gottesdienste erforderliche Zehnzahl der Männer. Aus Angeltürn selbst wurde niemand deportiert. Berücksichtigt man den Geburtsort, so fielen sechs Juden, gebürtige Angeltürner von anderen Orten deportiert, der NS-Verfolgung zum Opfer.

Die einzige aus Boxberg deportierte Person war die pflegebedürftige Jüdin Luise Gutmann-Ellstätter (1869-1942). Die Tochter von Moritz Ellstätter, dem ersten und einzigen jüdischen Finanzminister in Baden, war geschieden vom Medizinalrat Karl Nathan Gutmann, wohnte in Karlsruhe, saß viel im Rollstuhl. Als ihre langjährige Pflegerin Josephine Eck erkrankte, zog sie mit der Erkrankten nach Boxberg zu deren jüngster Schwester Auguste, die nahe der katholischen Kirche wohnte und Kirchendienerin war. Angemeldet als römisch-katholisch, entging die Karlsruherin der Deportation der badischen Juden nach Gurs (22.10.1940). Im April 1942 starb die Quartiergeberin Auguste Eck an Thrombose nach einer Pflugverletzung, dies führte in der Folge wahrscheinlich zur Entdeckung und Deportation des Gastes. Die amtlich durch Stempel und Unterschriften mehrfach beglaubigte und trotzdem gefälschte Todesanzeige der „Louise Sara Guttmann“ meldet als Todesursache „Herzbräune (Angina pectoris) “.

Diese Lügentechnik – das Ausstellen gefälschter Sterbeurkunden – hatten die Nazis ab 1940 bei der Ermordung von Kranken und Alten eingeführt. Das Stadtarchiv kennt hierzu aus dem Boxberger Stadtgebiet 15 weitere Opfern der NS-Verfolgung: Personen, die hier zur Welt kamen oder eine Zeitlang hier gelebt haben, und später von anderen Orten/Heimen deportiert, im Rahmen der sog. NS-„Euthanasie“ ermordet wurden.

Die „Mein-Boxberg“-Hefte 2018 und 2021 thematisieren die NS-Gräuel.

Eines der berühmtesten Gedichte zum Holocaust, dem nationalsozialistischen Völkermord an rund sechs Millionen europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs, stammt von dem aus Rumänien stammenden deutschsprachigen Dichter Paul Celan (1920-1970): die „Todesfuge“.

Das Gedicht umfasst sieben unregelmäßige Strophen mit 36 Versen.

Wir zitieren die vierte Strophe:

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts

wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends

wir trinken und trinken

ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete

dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland

er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft

dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng“

Ehem. Kirche/ Glockenstuhl

Das 1799 veröffentlichte Riesengedicht „Lied von der Glocke“ umfasst 19 Strophen unterschiedlicher Länge, über 400 Zeilen. Johann Christoph Friedrich Schiller (1759-1805), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker, zählt zu den Weimarer Klassikern. Literatur ist in der Mediothek vorhanden. Schiller hat neben dem Sturm-und-Drang-Drama „Die Räuber“ gewichtige historische Dramen geschaffen, etwa „Don Carlos“, „Wallenstein“, „Maria Stuart“, die „Jungfrau von Orleans“ und „Wilhelm Tell“.

Der Glockenstuhl erinnert an die ehemalige Bergkirche in Boxberg. Das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert wurde mit Ein­füh­rung der lutherischen Reformation 1558 „evangelisch“. Im 30-jährigen Krieg wurde es wie alle öffentlichen Gebäude „un­sag­bar vernachlässigt“. Nach 1664 führte man Verbesserun­gen aus, baute freilich auch einen Fruchtspeicher unters Kirchendach. 

In der Nacht vom 17. auf 18. Februar 1756 zerstörte ein erdbeben-artiger Sturmwind die Kirchenfenster und einen Großteil der Bedachung. Erst nach neun Gesuchen erbarmte sich die Heidelberger Kirchenverwaltung der „baufälligen Kirche in Boxberg“. Doch der übermäßige Druck des nun neu eingerichteten Fruchtspeichers verursachte zunehmend Risse an Wänden und Decken.

1776 charakterisierten die Reformierten von Boxberg-Wölchingen ihre Kirche als „die allerschlechteste und gefährlichste in ganz Churpfalz“. Im Februar 1793 stürzten ganze Dachteile ins Kircheninnere. 1807 verordnete der Heidelberger Kirchenrat die Kirchen-Sperrung wegen Einsturzgefahr, auch die Entfernung der Glocken, Orgel und Einbauten. Die Boxberger mussten zum Gottesdienst nach Wölchingen.

Noch jahrzehntelang wehrten sich die Evangelischen gegen den verordneten Kirchenabbruch. Erst mit dem Bau des großen Boxberger Pfarrhauses 1907/08 verzichteten sie endgültig auf eine eigene Kirche in Boxberg. Die beiden Kirchenglocken verblieben auf dem ehemaligen Kir­chenplatz, geschützt von einem Glockenhäuschen.

Altes Rathaus mit Großherzog-Denkmal

Altes Rathaus

1561 kommt Boxberg endgültig unter kurpfälzische Herrschaft und kann ein halbes Jahrhundert später ein prachtvolles Rathaus bauen, daneben ein großes evangelischen Pfarrhaus: Ausdruck von Wohlstand und Frieden unter der neuen Herrschaft. Schon wenige Jahre später beginnt der 30-jährige Krieg, der gleich die Pfalz erfasst: 1618 kommt es zum Prager Fenstersturz. Die Böhmen erkennen den neuen Habsburger Kaiser nicht an, wählen Friedrich V. von der Pfalz zum König. Dieser nimmt die böhmische Königskrone an. Damit steht er im Gegensatz zum Kaiserhaus, das sich auf die Katholische Liga stützt. Auf seiner Antrittsreise nach Böhmen macht der Pfalzgraf auch in Boxberg Station.

1620 kommt es zur Schlacht am Weißen Berg bei Prag – der böhmische „Winterkönig“ muss fliehen. In der Folge erfährt Boxberg erstmals Truppendurchzug und -Einquartierung, was sich in späteren Jahren noch mehrmals wiederholt, dann begleitet von Plünderungen, Hungersnöten, manchmal auch von der Pest. Kurpfalz und das Amt Boxberg werden bayrisch; es folgen Pfarrer-Vertreibungen, katholische Geistliche, Gegenreformation …

1631 dann die Schlacht von Breitenfeld – der Siegeszug des Schwedenkönigs Gustav Adolf. Die bayrische Herrschaft flieht aus Kurpfalz, auch aus Boxberg. Rückkehr der calvinistischen Pfarrer. 1632: Schlacht bei Lützen; schwedischer Sieg, aber Gustav Adolf fällt. 1634: Schlacht von Nördlingen: die schwedische Vormachtstellung bricht zusammen. Die calvinistischen Pfarrer werden wieder durch katholische Priester ersetzt.

In der Folge greift Frankreich, mit Schweden verbündet, auf dem deutschen Kriegsschauplatz ein … Mit zunehmender Kriegsdauer handeln die Soldaten, meist kleine Söldnerheere, nach der Devise: „Der Krieg ernährt den Krieg“: sie plündern und verwüsten die Orte, durch die sie kommen …

Als 1648 endlich der Westfälische Frieden verkündet wird, trifft er auf ein verwüstetes, oft menschenleeres Land. Wenige Jahrzehnte später muss die verschuldete Kurpfalz die „Herrschaftsinsel“ Boxberg erst verpfänden, nach dem verheerenden Einfall der Franzosen schließlich an das Hochstift Würzburg verkaufen (1691) … -

Friedrich I. war von 1856 bis zu seinem Tod 1907 Großherzog von Baden. Der als liberal geltende Herrscher wandelte das Herzogtum de facto zu einer parlamentarischen Monarchie. Der beliebte Monarch war mit der ebenso beliebten Prinzessin Luise, der Tochter des späteren deutschen Kaisers Wilhelm I. verheiratet. Im August 1908 wurde das Boxberger Großherzog-Friedrich-Denkmal enthüllt, das auch die Namen der Boxberger Kriegsteilnehmer von 1870/71 trägt.

Amtshaus und Brunnen

Der Staatsmann Perikles (um 490-429 v.Chr.) zählt im 5. vorchristlichen Jahrhundert zu den führenden Männern Athens und der griechischen Antike. Er baute die Attische Demokratie aus, sicherte Athens Vormacht im Attischen Seebund, ließ die Athener Akropolis glanzvoll ausbauen. 

Nach über 50-jähriger Fremdherrschaft erwarb Kurpfalz Heidelberg sein Amt Boxberg 1740 wieder zurück. Während dieser Zeit hatten Unwetter und Nichtreparaturen das Boxberger Burgschloss zunehmend beschädigt. So entschied sich Kurpfalz, das neue Amtshaus nicht mehr oben auf dem Berg, sondern unten im Städtchen bauen zu lassen (1748) – mit möglichst vielen Steinen vom Burgschloss. In das geschichtsträchtige Gebäude ist während der Gemeindereform 1972 die Boxberger Stadtverwaltung eingezogen, heute zuständig für 13 ehemals selbständige Ortschaften.

Die Wappen der Boxberger Stadtteile finden sich am Brunnen im Rathaus-Innenhof. Wir sehen, nach Symbolen geordnet: 

Tiere im Wappen haben Boxberg (Bock), Wölchingen (Wolf), Uiffingen (Widder). Landwirtschaftliche Arbeitsgeräte haben Epplingen (Rechen und Sicheln), Schwabhausen (Pflug), Windischbuch (Reuthacken mit Baum). Personen haben Unterschüpf und Oberschüpf (jeweils mit Spaten). Menschengemachte Gegenstände haben Angeltürn (Turm), Bobstadt (Glocke mit Jahreszahl), Lengenrieden (Sechsspeichen-Rad). Verbleiben noch Kupprichhausen und Schweigern mit den sechs roten und sechs silbernen Rechtecken aus dem Wappen der Rosenberger, wobei Schweigern im gespaltenen Schild noch eine goldene Luther-Rose aufweist.

Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) hat eines der schönsten Brunnengedichte verfasst: „Der römische Brunnen“. Es gehört zur Gattung der Dinggedichte, die ihren Gegenstand so plastisch und objektiv wie möglich beschreiben. Wir zitieren Meyers Gedicht-Version von 1882:

Der römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt

Er voll der Marmorschale Rund,

die, sich verschleiernd, überfließt

In einer zweiten Schale Grund;

Die zweite gibt, sie wird zu reich,

Der dritten wallend ihre Flut,

Und jede nimmt und gibt zugleich

Und strömt und ruht.

Gefängnis

Das Gefängnis war ursprünglich ein „Trostpflaster“: 1856 verlor Boxberg sein Bezirksamt nach Krautheim; zur Entschädigung erhielt es ein Amtsgericht und ein Bezirksgefängnis. Das Amtsgericht tagte im nahen Amtshaus, ab 1924 dann im freigewordenen Bezirksamtsbau in der Poststraße bis zur endgültigen Aufhebung Anfang der 1970er Jahre. Der rote Sandsteinbau stand kurz vor dem Abriss, als ihn der benachbarte Sparkassendirektor aufkaufte und liebevoll renovieren ließ. Später konnte die Stadt das Gebäude zurückerwerben und hat es heute vermietet.

Der deutsche Dichter Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) schrieb u.a. den Text zur späteren deutschen Nationalhymne: „Das Lied der Deutschen“. Rund 550 Kinderlieder sind von ihm bekannt, etwa „Alle Vögel sind schon da“, „Ein Männlein steht im Walde“, „Der Kuckuck und der Esel“, „Kuckuck, Kuckuck, ruft‘s aus dem Wald“, „Abend wird es wieder“, „Wer hat die schönsten Schäfchen“, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, „Winters Abschied“.

Das deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ entstand vor 1800; heutige Fassungen gehen auf die durch Hoffmann geschaffene Fünf-Strophen-Version zurück.